Google hat heute eine neue Funktion angekündigt: Interest Based Advertising. Damit können Werbetreibenden Anzeigen schalten, die genau auf die Interessen der Surfer zugeschnitten sind. Der Einstieg Googles ins Behavioral Targeting startet Anfang April als Beta-Version. Bis Ende 2009 sollen die interessenbasierten Anzeigen allen Werbetreibenden zur Verfügung stehen.
Interest Based Advertising
Gemäß Google stehen mit dem Interest Based Advertising folgende Möglichkeiten zur Verfügung:
"Werbetreibende werden in der Lage sein, Anzeigen an Nutzer auszuliefern, die sich kürzlich dessen Webseite aufgerufen haben. Wenn sich beispielsweise ein Nutzer im August auf der Webseite eines Sportbekleidungsherstellers ein Paar Fußballschuhe angesehen hat, kann der Webseitenbetreiber diesen Nutzer im Dezember auch über die Angebote des Winterschlussverkaufs informieren.
Nutzer, die Seiten des Google Content-Netzwerks oder YouTube besucht haben, bekommen Werbung basierend auf ihren Interessen angezeigt. Wenn beispielsweise ein Nutzer einen großen Teil seiner Online-Zeit damit verbringt, sich Auto-Videos auf YouTube und Autotest-Webseiten im Google Content-Netzwerk anzusehen, wird er als Autoliebhaber eingestuft. Entsprechend werden im Google Content-Netzwerk sowie auf YouTube für diesen Nutzer mehr Kfz-bezogene Werbeanzeigen eingeblendet."
Wie die Sache mit den interessenbasierten Anzeigen abläuft, wird in folgendem Video sehr gut erklärt:
Auf deutsch und zum Lesen gibt es die Seite Funktionsweise der interessenbezogenen Werbung.
Ads Preferences Manager
Auffällig ist das Bemühen, den Einwänden von Datenschützern schon im Vorfeld gegenzutreten. Mit dem Ads Preferences Manager ist es Usern möglich, Ihre Interessen einzusehen und zu verwalten.
Google weist ausdrücklich darauf hin, dass weder Namen noch andere personenbezogene Daten gespeichert werden. Auch werden keine sensiblen Interessenkategorien wie Rasse, Religion, sexuelle Orientierung, Gesundheit oder Finanzen zugewiesen. Zudem gibt es im Ads Preferences Manager die Möglichkeit, die Zuweisung in Interessenkategorien zu deaktivieren. Zum dauerhaften Deaktivieren muss ein Plug-In für alle verwendeten Browser installiert werden. Eine Anleitung hierfür findet sich unter Dauerhafte Deaktivierung: Anleitungen für verschiedene Browser.
Zweck der interessenbasierten Anzeigen
Wie immer dient die neue Werbeoption, dass Werbekunden weniger Streuverluste haben, qualitativ bessere Kundenkontakte gewinnen und eine genauere Zielgruppen-Erreichung erzielen. Den Usern wird versprochen, dass ihnen relevantere und interessantere Werbung angezeigt wird. „Wir sind der Auffassung, dass Werbeanzeigen eine nützliche Informationsquelle darstellen, die Nutzer mit Produkten, Dienstleistungen und Ideen verbinden, für die sie sich interessieren“, so Tweraser laut Internet World Business. „Indem wir die Relevanz von Anzeigen erhöhen und die Verbindung zwischen Werbetreibenden und unseren Nutzern verbessern, profitieren beide Seiten gleichermaßen.“
Man darf gespannt sein, wie sich der Eintritt von Google ins Behavioral Targeting entwickelt. Es wird sicherlich einige Monate dauern, bis wirklich Bewegung in die Sache kommt. So dürften bei den meisten Usern bislang noch keine Interessen im Manager angezeigt werden. Sobald dies jedoch zunimmt, dürfte das Content-Netzwerk nochmals deutlich spannender werden.
Bis Anfang April haben die Publisher im Content-Netzwerk Zeit, den neuen AGBs zuzustimmen. Am 9. April startet die Auslieferung der Interest-Based-Anzeigen.